oder: Wie die Trachtenkapelle Westendorf bei ihrem Weihnachtskonzert vielfältige Traumwelten erschließt.

(Text von Lucia Buch aus der Allgäuer Zeitung vom 29.12.2016)

In vielerlei musikalische Traumwelten entführte die Trachtenkapelle Westendorf unter der Leitung von Klaus Reggel das Publikum bei ihrem Weihnachtskonzert im Bürgerhaus Alpenblick. Mal ging es um Heldensagen des schottischen Mittelalters, mal um Abenteuer rund um den Weihnachtsmann, mal um ferne Galaxien im „Star Trek“- Universum, um das Ende von „Atlantis“ oder auch um die musikalische Auseinandersetzung mit einem eher abstrakten Zukunftsbegriff. In jedem Fall bekam das Kopfkino der Zuhörer an diesem Abend ordentlich Futter. Charmant und sehr informativ führte Susanne Aufmuth durch das Programm.

Zu Beginn reiste die Trachtenkapelle zurück in die Götterwelt der alten Griechen: Im Konzertmarsch „Hermes“ von Hayato Hirose ging es sehr aufbruchsfreudig-bewegt zu, was zusammen mit einer groß gedachten Melodielinie dem Fliegen als der einem Halbgott angemessenen Fortbewegungsart durchaus entsprach. Gleich darauf beschäftigte sich das Blasorchester beim „Marche des soldats de Robert Bruce“ von Jean Brouqiès mit den Befreiungskämpfen der Schotten gegen England im 14. Jahrhundert. Die eingängige Folk-Melodie aus den Highlands wurde dynamisch raffiniert ausgestaltet. Ein dezentes Trommelmotiv, das stets an den militärischen Hintergrund des Stückes erinnerte, überlagerte jedoch nie den Reiz der motivischen Wendungen.

Dann wurde es weihnachtlich: Zunächst in Form des Medleys „Wir freuen uns auf Weihnachten“ von Guido Rennert, das durch relativ aufwendige Ein- und Überleitungen gefiel. Es endete mit einem glanzvoll-farbigen „Kommet, ihr Hirten“. Dann ging es mit Musik aus dem Animationsfilm „Der Polarexpress“ aus dem Jahr 2004 auf eine Reise zum Weihnachtsmann am Nordpol. Illustriert von Standbildern aus dem Streifen, die mittels Beamer an die Wand projiziert wurden, zeichneten die Musiker die zauberhaft-suggestive Winter-Wonderland-Geschichte perfekt nach.

Zweifel und Optimismus

Jan de Haans Originalwerk „Overture to a New Age“ weckte verschiedene Gefühle und Gedanken, die einen an der Schwelle zu einem neuen Jahr durch den Kopf gehen können. Die Trachtenkapelle brachte die große Bandbreite der Empfindungen zwischen Zweifel und Vorsicht, zwischen Vorfreude und Optimismus feinfühlig und effektvoll zu Gehör. In den zweiten Konzertteil startete die Kapelle mit einer beschwingt-duftigen „Regimentsparade“ von Antonin Zwàcek, gefolgt von „Bugler’s Holiday“. Markus Kohler, Stefan Schweiger und Johannes Wilhelm nahmen sich das durchaus virtuose Solostück für drei Trompeten respektabel, motiviert und mitreißend vor, waren sich aber gelegentlich nicht ganz einig über das Tempo beim flotten Zungenschlag.

Die Legende von „Atlantis“, als Erstlingswerk von Alexander Reuber in ein pathetisches Tongemälde gepackt, überzeugte als Programmmusik auf ganzer Linie: Ausgehend von SOS-Signalen der Klarinetten entwickelt Reuber zunächst die Pracht des frühen Kaufleute- und Seefahrerreichs, bevor dann in einem unerbittlichen Accelerando der Untergang das mythische Inselreich ereilt.

Zu den Sternen

Zu den Sternen ging es dann – wieder unterlegt von einer Beamer-Präsentation – in einer Suite aus „Star Trek“. Wer mit dem halben Jahrhundert dieses Science-fiction-Imperiums erst groß und dann älter geworden ist, wird vielleicht die zugkräftigen Titelmelodien aus „The Next Generation“, „Deep Space 9“ und „Voyager“ vermisst haben, widmet sich das Arrangement doch hauptsächlich der Fanfare der Ur-Serie sowie den weniger bekannten, dunkel gefärbten Melodien der jüngsten Classic-Remake- Kinofilme. Gepflegter Dixiesound mit „Just a Closer Walk with Thee“ und der „Radetzky-Marsch“ als Zugabe beendeten ein interessantes Weihnachtskonzert, das viele unbekannte Facetten bot.

Vereinsvorsitzender Manfred Hornig und Herbert Hofer, Vorsitzender des ASMBezirks Kaufbeuren, nahmen beim Weihnachtskonzert eine Reihe von Ehrungen vor:

D2-Bläserprüfung:

Isabel Anwander (Querflöte), Hannah Ernst und Barbara Wind (beide Saxofon) und Michael Köpfle (Tenorhorn)

D3-Bläserprüfung:

Susanne Hornig (Klarinette) absolvierte die D3-Bläserprüfung mit der Abschlussnote 1,5.

15 Jahre aktives Musizieren:

Alexandra Mayer (Klarinette) und Matthias Rösch (Tenorhorn/Bariton).

25 Jahre aktives Musizieren:

Martin Köpfle (Tenorhorn/Bariton).

Verabschiedung:

Andreas Kohler, der 28 Jahre aktiver Trompeter war und auch mehrere Jahre im Vorstand mitarbeitete, wurde mit einem Dankpräsent verabschiedet.

20161225 Ehrungen

 v. l. n. r: Manuela Mayer (Jugenleiterin), Klaus Reggel (Dirigent), Herbert Hofer (Bezirksvorsitzender), Michael Köpfle, Isabel Anwander, Barbara Wind, Hannah Ernst, Susanne Hornig, Martin Köpfle, Alexandra Mayer, Manfred Hornig und Manuela Steck (1. u. 2. Vorsitzende/r), Matthias Rösch.

Am Montag, den 21. November 2016 konnten wir endlich unserem Ehrenmitglied Georg Rogg zu seinem 80. Geburtstag gratulieren und das natürlich mit einem Ständchen. Georg Rogg war über dreißig Jahre Trompeter in unserer Kapelle und darüber hinaus hat er uns mit Rat und Tat unterstützt, wo immer er gebraucht wurde. Dass er dabei Gerätschaften aus seiner Zimmerei jederzeit zur Verfügung stellte, war für ihn eine Selbstverständlichkeit. Seit Beendigung seiner aktiven Zeit unterstützt er uns weiterhin großzügig und empfängt uns immer als Freunde, z. B. wenn wir ihn beim Neujahranspielen besuchen. Auch bei vielen unserer Auftritte trifft man ihn als Zuhörer an.

Lieber Georg, wir wünschen dir alles Gute und vor allem gute Gesundheit! 

Bei der Bläserprüfung am 12. Novembe haben Vanessa Gröger und Katja Mentner (beide Klarinette), Florian Kugler (Bariton) und Christopher Ritzel (Posaune) den Praxisteil der D1 Bläserprüfung abglegt. Die Vorbereitung hat sich gelohnt, denn alle vier haben die Prüfung bestanden.

Etwas umfangreicher war die Vorbereitung für Susanne Hornig, unsere Klarinettistin, die sich am 19. November beiden Prüfungsteilen der D3 Bläserprüfung stellte. Mit 45 von 50 Punkten, also Note 2 in der Theorie und der Note 1,45 in der Praxis erreichte sie eine Gesamtnote von 1,56. Beim Selbswahstück wurde sie von Hans Joachim Willrich aus Unterostendorf am Klavier begleitet - hierfür herzlichen Dank.

Beim Solo-Duo-Wettbewerb stellte sich erneut Isabel Anwander mit ihrer Flöte den Wertungsrichtern und erspielte sich mit 93,5 Punkten einen ausgezeichneten Erfolg, wodurch sie sich für den ASM-weiten Verbandsentscheid qualifizierte.

Allen sechs Musiker/innen gilt unser höchster Respekt und unser Dank, dass sie sich diesen Herausforderungen gestellt haben.

Herzlichen Glückwunsch zu euren Erfolgen!

Ein actiongeladenes Wochenende liegt hinter uns, trotzdem sind alle Teilnehmer - bis auf kleinere Blessuren - wohlbehalten wieder zu Hause angekommen.

Am frühen Freitagnachmittag bereits reiste die Orga-Crew im Schlössle bei Hirschegg an, um die Übergabe der Unterkunft abzuwickeln und danach kamen nach und nach die Ausflügler an. Am Freitagabend nach einer deftigen Nudelparty, unternahmen wir eine Nachtwanderung im Fackelschein und ließen anschließend den Abend bei gemütlichem Beisammensein ausklingen.

Der Samstag war für unser Bergabenteuer reserviert. Fast alle starteten am Vormittag bei Nieselregen und zunächst waren wir uns gar nicht sicher, ob die Veranstaltung überhaupt stattfindet. Doch die drei kernigen Bergführer hatten schon alles vorbereitet und so konnte es an der ersten Station gleich mit Klettern an einer richtigen Felswand und abseilen an einem Überhang starten. Nach einem ca. einstündigen Orientierungsmarsch, bei dem abwechselnd verschiedene Teilnehmer als Tourguide fungierten und wir viel von Kleinwalsertal zu sehen bekamen, gelangten wir zur zweiten Station: Seilbrücke und Flying-Fox. Als letztendlich alle wohlbehalten über die Schlucht gelangt waren, konnten wir beim Flying-Fox eine rasante Abfahrt genießen. Die schwersten unter uns beschleunigten beinahe auf Schallgeschwindigkeit und der Bergführer, der uns am anderen Ende abbremste, hatte wirklich alle Hände voll zu tun. Nach einem weiteren Fußmarsch, den wir dank korrekter Wegbeschreibung und durch einen freundlichen Busfahrer, der uns unterwegs einlud, schneller schafften, als unsere Bergführer erwarteten, kamen wir an die dritte Station: Abseilen von einer fast 50 m hohen Brücke. Es war ein Adrenalin-Kick sonders Gleichen, sein Leben zwei hauchdünnen Seilen und einem Bergführer anzuvertrauen, oben über das Brückengeländer zu klettern und dann loszulassen, um in rasantem Tempo nach unten zu schweben.

Nach diesen Strapazen stärkten wir uns bei einem deftigen Grillabend, bevor es zum erbarmungslosen Zweikampf kam: Die Reisegruppe wurde getrennt in zwei Hälften, die in allerlei Spielen gegeneinander antreten mussten. Erste Aufgabe war, einen Schlachtruf für die Gruppe zu finden und so entstanden die Gruppen "Yipieh-yipieh-yeah" und "s o   s e h 'n   S i e g e r   a u s".  Nach 24 Spielrunden und einem Punktestand von 12:12 stand die Gruppe "Yipieh-yipieh-yeah" als haushoher Sieger fest. Was beim anschließenden Ausklingenlassen des Abends noch alles so passiert ist, bleibt besser undokumentiert. Nur so viel sei gesagt: Langweilig wurde es sicher niemandem.

Der Sonntagvormittag stand unter dem Motto "Klar-Schiff machen" und dann traten wir auch schon wieder die Heimreise an.

Fazit: ein toller Musikerausflug, für den ein herzlicher Dank an das Organisationsteam geht, allen voran Manuela Stühle, Christine Nothelfer, Michaela Ritzel und Julia Kohler für die Hauptarbeit bei Vorbereitung und Durchführung. Vorbildlich war aber auch der Gemeinschaftssinn während des Wochenendes, welcher sich darin zeigte, dass alle immer tatkräftig mit angepackt haben. (RH)

20160924 Boehmische Spezialitaeten

Wieder ein großer Erfolg waren unsere beiden Konzerte unter dem Motto "Böhmische Spezialitäten - 60 Jahre Ernst Mosch und seine böhmische Musik".

Lesen Sie den Zeitungbericht, sehen Sie Stephan Hiemer in Aktion bei der Löffelpolka.

Ein herzliches Dankeschön geht an unseren Moderator Jürgen Matuschak, das Gesangsduo Christine Nothelfer und Rainer Hornig, an Dominik Moser und Michael Rösch, die für die passende Beschallung sorgten, Klaus Reggel für die musikalische Gesamtleitung und natürlich alle Musikerinnen und Musiker und alle Helfer im Hintergrund, die mit Werbung, Abrechnung, Abendkasse, Auf- / Abbau usw. betraut waren.